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Berufszulassung für Makler

Berufszulassung für Immobilienmakler
Kein Job für jedermann: Pflicht zur Berufszulassung für Immobilienmakler

"Bislang konnte sich jeder als Immobilienmakler bezeichnen, der eine Gewerbeerlaubnis vorweisen konnte", erklärt Frank Eisenlohr, Geschäftsleiter von InPro Immobilien aus Dettingen. Diese sagte aber nichts über die tatsächliche Qualifikation zur Berufsausübung aus und nicht selten waren schwarze Schafe unter den Maklern zu finden. Immobilienkäufer und Mietinteressenten hatten keine Möglichkeit, die Fach- und Sachkenntnis der Anbieter einzuschätzen. Das soll sich mit der neuen Berufszulassungsregelung nun ab 2017 ändern.

Sachkundenachweis für Makler
Im Gesetzesentwurf, der zum 31.08.2016 verabschiedet wurde, geht es um die Einführung einer Berufszulassungsregelung für Immobilienmakler, die gewerblich tätig sind. Das zugehörige Gesetz soll Anfang 2017 verabschiedet werden, im Oktober gab es dazu noch eine Diskussion in der Sitzung des Bundesrats.
Erarbeitet wurde die Regelung durch das Ministerium für Wirtschaft und Energie, danach sollten der Tätigkeit der Makler neue Hürden vorgelegt werden. Bislang war eine geregelte Berufsausbildung nicht verpflichtend, sodass viele Quereinsteiger in der Branche zu finden waren. Voraussetzung für die Erlangung des Gewerbescheins war lediglich, dass der Antragsteller volljährig war und keine Eintragung im polizeilichen Führungszeugnis vorlag. Diese Barrieren für den Einstieg waren folglich gering und eine tatsächliche Qualifikation für den Beruf musste nicht vorgewiesen werden.
Der Verband der Immobilienbranche forderte bereits seit geraumer Zeit die Einführung des Sachkundenachweises, der dafür sorgen soll, dass festgelegte Standards eingehalten werden. Schon seit Juli 2015 gab es einen entsprechenden Gesetzesentwurf, der die Zulassung zur Berufsausübung und eine Versicherungspflicht regelte. Dieser Entwurf wies allerdings gravierende Mängel auf, wie der Nationale Normenkontrollrat feststellen musste. Das Ministerium musste eine Überarbeitung vornehmen, gleichzeitig wurde eine Petition für den Nachweis der Sachkunde eingereicht. Damit sollte das Gesetzgebungsverfahren beschleunigt werden.

Nachweis der Sachkunde
Die Industrie- und Handelskammern sollen für die Prüfung der Sachkunde sorgen, nachdem zuvor entsprechende Lehrgänge absolviert wurden. Die Europäische Immobilien Akademie Saarbrücken oder auch die Deutsche Immobilien Akademie Freiburg sollen Anlaufstellen für solche Lehrgänge sein. Generell sollen Ausbildungen dieser Art aber deutschlandweit angeboten werden. Hier kommt aber die „Alte-Hasen-Regelung“ zum Einsatz, nach der bestimmte Ausbildungen, die bereits zuvor absolviert wurden, anerkannt werden.
Zwölf Monate sollen Makler Zeit haben, um den Nachweis der Sachkunde zu erbringen – wenn sie denn zuvor bereits die Erlaubnis nach § 34 c der Gewerbeordnung zur Berufsausübung besitzen. Innerhalb dieser Zeit muss der Nachweis gegenüber der zuständigen Behörde vorgezeigt werden. „Alte Hasen“ müssen eine mindestens sechsjährige Berufstätigkeit vorweisen können, damit sie vom Nachweis der Sachkunde befreit sind.
Prüfungsinhalte sind bislang noch nicht definiert worden, es ist aber davon auszugehen, dass das Fachwissen sowohl in mündlicher als auch in schriftlicher Form abgefragt werden wird.

Bedeutung des Sachkundenachweises für den Immobilienkäufer und -verkäufer
Immobilienkäufer profitieren von der Einführung des Sachkundenachweises vor allem dadurch, dass eine höhere Qualifikation der Makler vorhanden sein wird – Quereinsteiger ohne Fachwissen wird es nicht mehr geben. Immobilienkäufer und auch –verkäufer können den Makler besser beurteilen, auch wenn neben dem reinen Fachwissen auch weitere Faktoren wie das kaufmännische Geschick oder die Servicequalität des Maklers eine Rolle spielen.
Allerdings ist anzumerken, dass durch zahlreiche Ausnahmeregelungen die Wahl des passenden Maklers immer noch schwierig sein kann, denn Fachwissen kann nicht allein durch Berufserfahrung erworben werden. Wer sich darauf ausruht, ist zwar ein „Alter Hase“, dennoch nicht wirklich fachkundig.
Übrigens: Auch die Mitarbeiter der Immobilienmaklerbüros sollen künftig nachweislich fachkundig sein, wenn sie maßgebliche Zuarbeiten für den Verkauf von Immobilien tätigen. Eine IHK-Prüfung ist aber nicht in der Diskussion, bei Mitarbeiter sollen qualifizierende Zeugnisse und Zertifikate ausreichend sein.

Stellungnahme des Bundesrats
Am 14.10.2016 nahm der Bundesrat Stellung zu den Empfehlungen der Ausschüsse des Bundesrats, die sich mit dem geforderten Sachkundenachweis für Makler beschäftigt hatten. Hier wurde zuerst vor einer übereilten Umsetzung des Gesetzes gewarnt, denn die strengen Berufszulassungsregelungen bräuchten einen erheblichen Vorlauf. Der Bundesrat geht von einer Frist von mindestens zwölf Monaten aus, damit auch das nötige Niveau der Prüfungen vorhanden sei. Mit einer Umsetzung des Gesetzesentwurfs zum Anfang des kommenden Jahres ist daher nicht zu rechnen. Der Bundesrat ist zudem für die Umsetzung der „Alte-Hasen-Regelung“, die sogar für eine unselbstständige Tätigkeit gelten solle. Laut Meinung des Bundesrats gebe es keine Rechtfertigung für die Unterscheidung zwischen selbstständiger und unselbstständiger Tätigkeit – wichtig sei einzig und allein die Erfahrung auf dem Gebiet des Immobilienmaklertums. Gleichzeitig solle es keine Pflicht zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung geben, sofern der Betreffende nur als Immobilienmakler tätig ist und keine verwaltende Arbeit anbietet.
Je nach Entscheidung der Bundesregierung wird das Gesetz über den Erwerb des Sachkundenachweises Anfang 2017 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden oder – bei Verlängerung der Frist des Inkrafttretens von neun auf zwölf Monate – erst in 2018. Fakt ist derzeit aber, dass die Gesetzesänderung kommen wird, es geht momentan nur noch um die Regelungen einzelner Details.